Mittwoch, 18. Mai 2011

Spontaner Longjog

Es galt die längst überfälligen Garantiearbeiten an meinem Auto ausführen zu lassen. Dazu musste ich nach Sursee. Doch schnell stellte es sich heraus, dass diese Arbeiten statt eine Stunde wohl eher drei Stunden dauern werden.
Historischer Rundgang? Zu warm!
3 h Bier trinken? Unmöglich, zumal ich ja nachher noch nach Hause fahren muss!
Was liegt also näher, als den Sempachersee zu umrunden.
Mit ein paar Klicks auf mein iPhone-App gps-tracks ist die Strecke auf der topographischen 25'000er Karte detaiilert geplant und stelle ich fest, dass eine Umrundung der Sempachersees in 3 h problemlos möglich sein sollte. 
Details sind beliebig zoombar


Gesamtüberblick der Runde

Ich freue mich, laufen zu können. Zwar ist meine Ausrüstung gar nicht optimal. Ich verstaue alles Unnötige in meinem Asics Rucksack (Finishergeschenk des letzten Luzern Marathons) und bin froh, dass ich meine Nike free an den Füssen habe. Damit lassen sich die 22 km gut bewältigen.

Die Strecke durch das Landwirtschaftsland von Sursee nach Nottwil und Sempach am andern Seeende laufe ich in gemächlichem Tempo. Die Naturschutzgebiete sind längst nicht so üppig, wie ich dies am Standort der bekannten Vogelwarte Sempach erwartet hätte.

Unterwegs geniesse ich die Freiheit einen solchen See ohne besondere Vorbereitung auf eigenen Füssen locker umrunden zu können. Ich freue mich, dass nicht davon abhalten lasse, dass ich keine spezifische Laufausrüstung trage. Zwar scheuert der Rucksack leicht und sicher ist ein Baumwoll-T-Shirt nicht optimal. In Sempach mache ich eine kurze Pause und fülle mein Wasserfläschchen aus dem Rucksack wieder auf. Dabei blicke ich auf den See und stelle fest, dass Sursee überhaupt nicht zu erkennen ist.
Sursee ist von hier aus nicht mehr zu erkennen

Von Sempach nach Sursee überwiegt Teer und Autobahnlärm. Mein Lauftempo passt sich der hektischen Umgebung an. So komme ich nach ca 2h15 wieder im Sursee an. Damit bleibt sogar noch Zeit für ein erfrischendes Bier (alkoholfrei!).

Sonntag, 15. Mai 2011

offline

Ich war wieder einmal eine längere Zeit offline und habe Ferien gemacht.

Nach dem Zürich Marathon haben sich die Beine schnell und gut erholt, doch die Füsse haben etwas mehr Zeit gebraucht. So bin ich erst am Freitag wieder in die Laufschuhe gestiegen und habe am Morgen vor der Abreise in die Ferien eine ausgiebige Frischluftdusche im Eschenbergwald genossen.


In den folgenden beiden Wochen bin ich an vielen schönen Orten vorbei und entlang gelaufen. Schöne Morgenläufe im Naturschutzgebiet am östlichen Ende vom Murtensee. Schattige Nachmittagruns unter den Platanen- und Ahornaleen am Canal du Midi entlang und natürlich bei Sonne und Wolken an den fast endlos langen Sandstränden zwischen Sete und Marseillan. Auch das küstennahe Hinterland mit Flüsschen und Feuchtgebieten habe ich ausgiebig er- und umlaufen.


Nach 6 Tage habe ich mir überlegt, ob ich mich einmal als streakrunner versuchen soll. Doch bei solchen Gedanken wurde bei mir aus Lust am Laufen ein Must zu laufen und ich habe bewusst einen lauffreien Tag eingeschaltet.

Die flachen Laufstrecken haben mich schon bald von regenerativen zu schnelleren Lauftempi verleiten lassen. Just4fun-Läufe haben sich in Intervalltraining verwandelt. Besonders Spass machten mir die Rennen mit den Booten auf dem Canal du midi. Mit geschwelter Brust habe ich jeweils die Boote überholt, welchen ich zuvor 10 bis 15 min nachgejagt bin. Allerdings habe ich bei solchen Manövern die Vorsicht etwas stark vernachlässigt und mir 2 x den rechten Fuss böse übertreten.


Die vergangene Woche bin ich wieder in den heimischen Gebieten unterwegs. Meine Hausstrecken im coupierten Gelände, meine Waldwege im saftigen Grün geniesse ich nach den Ferien besonders. Doch macht mir hier die Pollensituation so zu schaffen, dass ich fast täglich Antihistaminika zu mir nehme. Eigentlich müsste ich mir einmal Gewissheit verschaffen, dass die Wirkstoffe dieses Produktes nicht auf der Dopingliste stehen. Doch ist mir dies zu wenig wichtig, da ich das Produkt nicht im Übermass und nicht zur Leistungssteigerung verwende und auf das Laufen trotzdem nicht verzichten mag.


Ebenso wenig verzichte ich auf das Laufen aufgrund der Luftschadstoffwerte. Diese waren einige Male wieder in einem Bereich, bei welchem das Laufen an gewissen Tageszeiten nicht mehr empfohlen wird.


Sonntag, 17. April 2011

Zürich Marathon 2011

Ich versuche jeweils den Marathon Zürich richtig zu zelebrieren.

Für mich beginnt der Zürich Marathon am Samstag gegen 16:00 in der Saalsporthalle mit der Pastaparty  und endet 24h später, beim Schreiben dieser Zeilen. Geduscht und mit dem TheStick gerollten Beinen entspanne ich jetzt auf dem Balkon in der Hängematte.

Dazwischen liegen viele Begegnungen mit unbekannten Läufern bei der Pastaparty. Am Sonntagmorgen habe ich bei der Bahnfahrt nach Zürich ohne Verabredung einige Finishers getroffen und wie geplant konnte ich Chris kurz begrüssen, ihm eine guten Lauf wünschen und ihm für seine Webseite mit Lauftipps danken.  Mit diesen hat er mir bereits bei meinem ersten Marathon vor Jahren geholfen.

Dazwischen liegt natürlich auch ein gelungener Marathon. Davon muss man immer sprechen, wenn die Zielzeit unterboten werden konnte. (BTW  auch eine Überschreitung der ZZ ist noch lange kein misslungener Marathon). Bei der HM-Marke lag ich mit 1H52:50 bereits leicht unter meiner Zielzeit aber im vorgesehen Bereich. Trotzdem war ich in der zweiten Hälfte noch 1 Min schneller.
Lange Zeit konnte ich die Stimmung um mich herum voll geniessen. Nach km 28 gab es aber auch Abschnitte, da habe ich nicht mehr viel um mich wahrgenommen. Zu sehr musste ich mich darauf konzentrieren, die Körperspannung zu halten, mit sauberem Laufstil vorwärts zu kommen und die Strecke so zu laufen, dass ich möglichst wenig Sonne bekam.
Erst bei km 38 habe realisiert, dass 3:45 möglich sind und ab km 40 war ich sicher, allerdings musste ich wirklich alles geben und war trotzdem nur wenig schneller als die Umgebung. Vom Gefühl  her bin ich gerannt, von der Geschwindigkeit her, bin ich gekrochen!

Auf dem Weg zu Gepäckwagen hat dann Dani mir meine offizielle Schlusszeit überbracht 3:45:00,0!

Geholfen haben mir dabei sicher auch die perfekten Wetterverhältnisse. Auch ist die Streckenführung (seit 2011) ist besser als je zuvor und vom Publikum kommt punktuell etwas Stimmung zu den Läufern rüber. Positiv ist, dass es nun am Zürich Marathon doch einige engere Abschnitte gibt, bei welchen das Publikum näher an den Läufern ist.

Jetzt freue ich mich über diese überraschend gute Zeit und lasse die vielen Bilder und Emotionen nochmals an mir vorbei ziehen.

Freitag, 15. April 2011

Läuferkollegen

Das Gute an Zürich ist, dass man die meisten Läufer einmal sieht. Natürlich werde ich versuchen, meine Bekannten einen Gruss zu zurufen.
Als erster wird mir Dani entgegenfliegen. Ich werde dann im Bereich von km 19 sein. Dani ist dann bereits bei km 27!
Als nächster kommt Heiner vom Stopandgo bei ca. 1h50. Er wird locker traben, da er als persönlicher 3-h-Pacemaker weit unter seinen Möglichkeiten läuft.
Kurz danach wird Peter kommen. Auch er wird sicher besser aussehen, als seine Mitläufer um ihn herum.
Bei der 2h-Marke werden meine Finisher-Mitläufer Esther, Mannfred und Christoph entgegen kommen. Auch Roger und Chris werden bereits auf dem Rückweg sein, bevor ich in die Schlaufe in Meilen einlaufe.
Werde nach allen Ausschau halten und so aussehen:












Allen eine tolles Erlebnis!

Dienstag, 12. April 2011

Die Blauen sind's

Ich habe mich entschieden, am nächsten Sonntag in Zürich wieder auf den Mizuno Precision zu setzen. Zwar habe ich mir mit diesen Schuhen am diesjährigen Gatterlauf an beiden Aussenristen prächtige Blasen geholt, doch habe ich letztes Jahr an beide Marathons diesen Schuhe ohne grössere Blasen verwendet und auch in den Jahren zuvor denselben Schuhtyp verwendet. Zudem sind sie mit ca. 200 km erst so richtig eingelaufen.
Diesmal vergesse ich bestimmt nicht, meine Füsse vor dem Lauf mit Compeed Blasencreme zu behandeln.

Das dynamische Blau passt zu Zürich und soll mir eine gute Zeit bringen. 

Ich werde langsam starten und versuche die ersten 3 km mit 5min40 zu laufen. Die 21 km sollen unter 1h56 aber sicher über 1h53 sein.
Wenn ich mit 3h50 im Ziel bin ist es sicher gut gelaufen. Wenn ich optimal laufen kann, versuche ich - auch wenn es weh tun sollte - noch ein paar Minuten herausschinden.
Mein oberstes Ziel bleibt jedoch wie immer: Keine Verletzung und mit einem Lächeln ankommen.