Donnerstag, 3. November 2016

Laufleistung bewerten

Meine Blogeinträge sind noch seltener als meine Laufeinheiten. Trotzdem gilt noch immer: Martin läuft.

Das letzte Mal am vergangenen Sonntag. Ich bin in Luzern den Halbmarathon gerannt und dies war ein geniales Lauferlebnis.

Dank der Motivation von einem Finishers-Laufkollegen habe ich mich entschieden, wenigstens den Versuch zu wagen unter 2 h zu laufen. Angemeldet habe ich mich mit der Idee, einen stimmungsvollen Longjogg zu machen. Meine Ausdauerleistung habe ich in den letzten Monaten ausschliesslich auf dem Rad, Bike und im Indoorcycling trainiert. Ich bin nur selten gelaufen. Die letzten 4 Wochen vor dem Wettkampf sogar nur ein einzigel Mal ca. 11 km. Entsprechend war ich nicht sicher, ob es mir gelingen wird.

Doch es ist mir gelungen und wie! Ich bin mit  1h59:xx mit breitem Lächeln im Ziel angekommen. Es war ein absolut genialer Lauf. Das Köpergefühl stimmte immer. Ich konnte meine Pace sehr gut konstant halten und gegen Schluss noch leicht steigern, ohne mein Puls hochschiessen zu lassen.  Um meinen Finisherkollegen zu treffen, habe ich mich am Start etwas zu weit vorne eingereiht und wurde auf den ersten 11 km oft überholt. Aber ohne ein wirkliches Hindernis zu sein. Doch auf dem letzten Drittel der Strecke war es plötzlich umgekehrt. Jetzt war ich leicht schneller, als die Läufer um mich herum. Dies gibt einfach ein gutes Gefühl. Vom Laufgefühl her, war dies sicher einer meiner besten Läufe
Doch wie ist diese Leistung zu bewerten? Mein letzter Halbmaraton liegt 5 Jahre zurück. Damals war ich also noch deutlich unter 60 Jahre und 15 min schneller. Aus dieser View habe ich doch recht abgebaut.
Als sehr gut darf ich die Leistung bewerten, wenn ich daran denke, dass ich bei meinem ersten Halbmarathon vor etwa 20 Jahren nicht einmal eine Minute schneller war und dabei ein x-faches an Trainings-km in den Beinen hatte.
Während ich in früheren Jahren meist im letzten Drittel der Rangliste zu finden war, bin ich diesmal fast in der Mitte zu finden. Eine Verbesserung der Leistung?
Eher nicht, wenn ich den Laufindex von 42 von meiner Ambit 3 anschaue. Dieser liegt zwar für mein Alter immer noch im höchsten Bereich ist, aber vor einem Jahr lag dieser Index meist bei 45
Habe ich also abgebaut oder liegt dies nur am mangelnden Training
Ich werde dies sicher herausfinden.

Nach dieser guten Wettkampferfahrung habe ich mich gleich für den Frauenfelder Halbmarathon angemeldet. Dies sollte aber wieder eher ein Longjogg als Einstieg zur Marathonvorbereitung für kommenden April werden. Ich bin zuversichtlich, dass meine Muskulatur so gut ist, dass mein lädiertes Knie genügend gestützt ist.

Im kommenden Jahr möchte ich neben Paris einen 2. Marathon absolvieren. Ich hoffe deshalb auf das entsprechende Losglück für einen Startplatz in Berlin.  

Im Rahmen der kommenden Marathonvorbereitungen, werde ich meine Laufleistung sicher wieder besser einstufen können. Wenn ich die Breite des Lächelns beim Zieleinlauf als Index für die Bewertung der Laufleistung miteinbeziehe, war der vergangene Lauf sicher einer meiner Besten!

 

Freitag, 9. September 2016

Am Ziel

Der DoubleDecaTriathlon ist nun bald seit einer Woche Geschichte und nicht nur bei den aktiven Teilnehmern sind noch Nachwirkungen vorhanden. Auch ich denke immer noch täglich an die intensive Zeit, an die guten Begegnungen und die verschiedensten Erlebnisse.

Der finalen Zieleinlauf am letzten Freitagabend war für alle ein sehr emotionaler Moment. Beim Einlauf widerspiegeln die Gesichter grosse Freude und Stolz am Erreichten. Daneben sind auch Spuren der Strapazen und Schmerzen zu sehen sowie eine grosse Erleichterung definitiv am Ziel zu sein, es wirklich geschafft zu haben.
Dani Meier beim Zieleinlauf mit der 2.-besten Zeit der DoubleDecas
An der Aufgabe Dani zeitweise zu unterstützen hat mich ürsprünglich gereizt, einmal ganz nache am Geschehen sein zu können und zu erleben, wie eine solch ausserordentliche Leistung überhaupt möglich ist, wie man sich ernährt und weshalb man sich während 20 Tagen während 13 und mehr Stunden im Kreise bewegen will. 

Als Supporter habe ich bei allen Teilnehmern oft Freude, Spass und Lust am täglichen Tun beobachtet. Bei fast allen Teilnehmern habe ich zwischen durch auch Schmerzen, Magenprobleme, Müdigkeit ja Erschöpfungssymtome aufflackern sehen.  Ich habe erlebt, wie Dani einen sehr schmerzhaften Einstieg in den Wettkampf hatte und ich weiss, dass ich mit solchen Schmerzen nach dem ersten Tag bereits am 2. Morgen nicht mehr gestartet wäre.
Um so faszinierender war es deshalb, wie Dani nach dem 5. Tag immer besser in Fahrt kam. Als Aussenstehender hatte ich zwischen dem 8. und 17. Tag den Eindruck, dass Dani jetzt ewig weiter machen kann. Ich denke auch, dass er während diesen Tagen viele Stunden mit gutem Flow hatte. Die Frage warum jemand 20 Ironmans in Folge zu machen will, war plötzlich beantwortet: Weil man es kann und weil man es will.
Bei mir kam die Lust auch einmal als Sportler bei einem solchen Anlass dabei zu sein zu können auf. Warum nicht täglich in wohldosiertem Tempo einen Marathon zu laufen und sich dabei mit Gleichgesinnten zu unterhalten, Spass zu haben und in einem Wettkampf zu messen? Zeitweise war ich so anfällig für den UltraVirus, dass ich mich wohl für nächstes Jahr als Läufer angemeldet hätte, hätte es eine solche Kategorie im Angebot.
Nach dem Zieleinlauf hat Dani grosse Tropfen vergossen.
Nach dem harten Einstieg von Dani sind bei mir deshalb auch am 19. Tag, an welchem Dani wohl unter grössten Schmerzen seinen Marathon lief, keine Zweifel aufgetaucht, dass er auch den letzten Tag überstehen wird. Notfalls wäre er die Marathondistanz wohl auch gekrochen.

Als Supporter hatte ich oft Spass am Anlass. Ich habe mich immer gut mit meinen Supporterkollegen Helfern und Crewmembern unterhalten, ab und zu den Boxenclown gemimt und ich bin begeistert, wieviel persönliche Unterstützung von der lokalen Bevölkerung kam. In den Tagen nach dem Event begleitet mich natürlich deshalb auch eine gewisse Wehmut, dass viele der Begegnungen nun Geschichte sind.

Für mich war als Supporter war natürlich die Küchencrew von enormer Wichtigkeit. Hans, Inge, Diana, Christine, Kurt haben mir auch immer ausgeholfen, wenn ich die täglichen Essensgutscheine wieder einmal nicht sofort greifbar hatte. Sie haben versucht mir jeden Wunsch zu erfüllen und geholfen, die Essenstemperatur in der gewünschten Bandbreite zu halten, wenn Dani auf seiner Runde unerwartet lange gebummelt oder unerwartet schnell wieder aufgetaucht ist. 
In guter Erinnerung bleiben natürlich auch die Supporter und Supporterinnen in unserer Pavillonallee. Zum Glück hat mich mein Timer immer wieder an meine Supportaufgaben erinnert, sonst hätte ich Dani noch öfter verpasst ;-). Jeder von Ihnen hat als einzelner Supporter täglich auch 15 - 20 km zurück gelegt. Auch deshalb habe ich während dieser Zeit wohl nicht soviel Sport gemacht, wie ich mir vor dem Event vorgestellt habe. So bin ich neben dem Supporten nur einmal über 20 km und nur wenige Male über 10 km gelaufen.
Als Marathontraining für einen Herbstmarathon war die Zeit als Supporter ungeeignet. Doch für diesen Verzicht hat mich Dani mit seinen 20 Zieleinläufen bestens entschädigt.

Viele Geschichten hat Bernhard Nuss in seinen Blogbeiträgen festgehalten. Auch die tollen Bilder auf http://ultratriathlon-switzerland.jimdo.com von Katrin und Stefan sind schöne Andenken an diesen (einmaligen?) Anlass.

Irgendwie hoffe ich, dass das OK-Team einen nächsten Ultra Triathlon plant. Die Voraussetzungen dafür sind in Buchs sicher geschaffen worden.

Mittwoch, 24. August 2016

DoubleDecaTriathlon

Die ersten neun Tage des DoubleDecaTriathlon waren für alle Athleten äusserst hart. Als Teilzeit-Supporter von Dani Meier habe ich den Wettkampf ganz nah mitverfolgt und dabei coole Menschen kennengelernt.
Doch auch wenn ich nah am Geschehen bin, kann ich noch immer nicht verstehen, wie eine solche Leistung möglich ist.

So sehen Gesichter beim 9. Zieleinlauf aus. Ich kann nur den Kopf schütteln, wenn ich diese Bilder betrachten.  Haben doch Dave, Dani, Goulwenn und Xandi nicht nur soeben den 9. Marathon in sondern 9 Triathlons über die volle Ironmandistanz absolviert. (Bilder Katrin Meier, Stefan Meier)


Toll, wenn man körperlich so fit ist, dass man sich über den Zieleinlauf freuen kann. Natürlich stecken hinter einer solchen Leistung auch Leiden, Zweifel, Schmerzen. Doch Atlethen, Supporter und Helefer sind mit soviel Freude an der Sache, dass immer genügend Zeit für Spass bleibt.
Xandi und Dani auf der Laufstrecke (Bild Katrin Meier)
Die Stimmung ist so gut, dass mir meine Supporttätigkeit mit Schleppen, Warten, Eilen, Kontrollieren und....und....und... nicht zuviel wird. Die ersten beiden Tage musste ich jeden Morgen den Chip suchen. Doch jetzt habe ich das ganze recht gut im Griff.
(Bilder Katrin Meier, Stefan Meier)
Zwischendurch habe ich nur ein schlechtes Gewissen, dass ich mich amüsiere, während Dani soviel leisten muss. Unglaublich wie schmerzhaft die ersten Tage für ihn waren. Der Nonstop Triple Ultra Triathlon von Lensahn, Ende Juli hat wohl noch stark nach gewirkt. Doch jetzt ist Dani im Wettkampfmodus und mit Freude an der Sache.
Nun gilt es achtsam zu sein. Ein Unfall, eine Infektion, ein entzündeter Muskel und das Rennen geht ohne Dani weiter. Eine simple Blase kann zu einem Problem werden, welches zum Unterbruch oder sogar Abbruch des Wettkampfes führt. Dies wissen die Teilnehmer. Muss ein Teilnehmer aussteigen, wird dies immer mit Bedauern wahrgenommen. Überheblichkeit noch dabei zu sein ist nie zu spüren. Velmehr ist bei den 4 verbleidenden DobleDecaTriathlen eine gewisse Demut zu spuren.

Doch trotzdem ist ein DoubleDecaTriathlon einknallharter Wettkampf. Jeden Tag wird um den Tagessieg gekämpft, Stunden und Minuten adiert und verglichen.

Am kommden Wochenende bin ich erneut dabei. Ich freue mich darauf.

Sonntag, 17. Juli 2016

Ultra ist Gut

"ultraistgut" ist nicht nur der Titel einer meiner Lieblingslaufblogs, sondern bestimmt auch die Überzeugung von "meinem" Masseur und Vereinkollegen Dani Meier.
Als Ultratriathleten habe ich ihn vor Jahren als Moderator bei einem Metaltraing erlebt und verfolge seither sein Palmares im Ultratriathlon. Seinen Rekord von 21 Ironmans in 21 Tagen wird er dieses Jahr nicht brechen. 
Aber er tritt als Mitinitiant und Teilnehmer im DoubleDecaTriathlon vom 14.8. bis 2.9. in Erscheinung und ich habe die Freude, ihn dabei zeitweise als Supporter zu unterstützen.

Ich bin gespannt, wie man eine solche Leistung erbringen kann, wie man sich dabei ernähren und erholen muss und welche Rituale sich etablieren oder im Laufe der Tage verändern. 
Ich freue mich hautnah dabei zu sein um Dani mit Süssem oder Deftigen Energie zu geben, mit der richtigen Geste oder dem richtigen Mittel das Leiden ein klein wenig zu lindern sowie einem Einblick in die verschworene internationale Gemeinschaft der Ultratriathleten zu erhaschen. 

Sonntag, 10. Juli 2016

Nur Dank der Fussball-EM ......


Nur Dank der Fussball-EM konnte ich in mitten auf der Strasse zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor joggen. 
Ich muss mich nächstens einmal für den Marathon von Berlin anmelden. Sogar meine Freunde in Kreuzberg schwärmen von diesem Marathon, obwohl Laufsport gar nicht deren Disziplin ist.